Laut Forschungsergebnissen werden 90% der Unfälle auf Straßen von abgelenkten oder unaufmerksamen Fahrern verursacht. Daher entwickeln die Autohersteller gegenwärtig Systeme, die den Fahrer vor einem bevorstehenden Unfall warnen und dazu beitragen sollen, dass er die maximale Bremsleistung des Fahrzeugs einsetzt. Diese Systeme können zudem in kritischen Situationen die Bremsen unabhängig vom Fahrer betätigen. Solche Eingriffsysteme werden als Autonomes Notbremssystem (AEB) bezeichnet.
Leistungstests in realen Situationen zeigen, dass solche Systeme die Unfallhäufigkeit um bis zu 27% reduzieren und bei Verletzungen zu einem deutlichen Rückgang beitragen können.
Euro NCAP ist überzeugt davon, dass AEB-Systeme ein großes Sicherheitspotenzial bieten. 2014 wird diese Beurteilung im Bewertungsschema reflektiert werden, weshalb Tests entwickelt werden, die einen Leistungsvergleich der verschiedenen Systeme ermöglichen. In der Zwischenzeit führt Euro NCAP eine Untersuchung durch, um herauszufinden, welche Systeme aktuell auf dem Markt angeboten werden und in welchem Umfang sie die Hersteller zur Verfügung stellen.
Euro NCAP hat bereits die Sicherheitsvorteile einiger AEB-Systeme mit seinem Bewertungssystem Advanced rewards ausgezeichnet.
Euro NCAP hat die Systeme in drei Hauptkategorien unterteilt: City, Inter-Urban (Innerorts) und Fußgänger. Systeme können unter mehr als eine Kategorie fallen oder den Anforderungen aller drei Kategorien entsprechen.

City-system
City-AEB kann Kollisionen bei niedrigen Geschwindigkeiten (bis zu 20km/h) innerorts verhindern. |

Interurbanes System
Interurbane Systeme funktionieren in einem Bereich von 50-80 km/h, aber können auch für eine sinnvolle Aufprallmilderung bei niedrigeren Geschwindigkeiten wie typisch in städtischen Umgebungen sorgen. |

Fußgängererkennungssystem
Fußgängererkennungssysteme können Fußgänger und andere Straßennutzer mit hohem Verletzungsrisiko wie z.B. Fahrradfahrer erkennen. |
Untersuchung zum Einsatz von AEB 2012
Euro NCAP hat bei allen Herstellern nachgefragt, ob sie ein AEB-System liefern können, das unter eine oder mehrere der oben genannten Kategorien fällt. Wird ein System angeboten wird dessen Verfügbarkeit in einer Baureihe untersucht. Die Baureihe ist in alle verfügbaren Varianten aufgegliedert: Karosserie, Motortyp und Austattungsversion. Die Hersteller haben dabei für jedes Land in der EU angegeben, ob ein System als Standardausrüstung oder als Option bereit steht bzw. in dieser speziellen Variante nicht verfügbar ist. Auf diese Weise kann die Proportion der Verfügbarkeit in einer Baureihe festgestellt werden. Die Verfügbarkeit eines Systems (oder verschiedener Systeme, wenn ein Hersteller mehr als ein System bietet) kann dann auf alle Modelle angewandt werden, um das Maß der Verfügbarkeit der AEB-Systeme eines Herstellers in seiner Modellpalette zu bestimmen.
Die Farbleisten kennzeichnen die Ausrüstung innerhalb einer Modellreihe. Eine durchgehend grüne Leiste zeigt an, dass ein AEB-System in weitem Umfang als Standardausrüstung bei dem betreffenden Modell verfügbar ist. Ist die Leiste jedoch auch orange oder rot gefärbt, ist die Ausrüstung nicht bei allen Modellen standardmäßig, weshalb Verbraucher eine Variante bestellen sollten, für die das System verfügbar ist. Wenn eine Leiste, die eine optionale Ausstattung kennzeichnet, vorwiegend orange gefärbt ist, sollte der Kunde bei der Fahrzeugbestellung sichergehen, dass er die Option wählt. Wenn eine Leiste hauptsächlich rot gefärbt ist, zeigt dies an, dass für viele Varianten der betreffenden Modellreihe keine AEB angeboten werden.
Klicken Sie hier, um die Ergebnisse der Untersuchung zu sehen.
Der Verbraucher sollte Acht geben, eine Modellvariante zu wählen, für das ein AEB verfügbar ist, da nicht alle Fahrzeuge mit diesem System ausgerüstet sind.
Da die Sicherheitsvorteile der AEB-Systeme so überzeugend sind, werden nach Ansicht von Euro NCAP viele Fahrzeuge in Zukunft mit solchen Systemen ausgerüstet werden, weshalb wir Verbraucher ermutigen, ein Neufahrzeug mit AEB zu wählen.